Erwähne ich mein ADS in letzter Zeit zu häufig? Wohl nur, weil meine Bewältigungsstrategien nicht mehr funktionieren und ich durch den Nachteil, der mir daraus zusätzlich erwächst, jetzt plötzlich das Gefühl habe, ein Anrecht auf besondere Rücksicht zu haben.
Ich bin eine kaputte Maschine.
Ein Premiummodell, bei dem aber die wichtigsten Funktionen beschädigt sind. Ein Modell, dass die aussergewöhnliche Leistung nur zufällig aktivieren kann. Oder nur durch Hilfe von aussen.
Darf ich mich denn noch Premiummodell nennen, wenn ich so wenig Kontrolle über meine besonderen Funktionen habe? Genügt das Potenzial?
Und schon wieder dieses Gestotter. Und schon wieder habe ich die Frage nicht gehört. Und schon wieder will mein Kopf einfach nicht mitbekommen, was da vor mir auf dem Bildschirm läuft.
Und kaum schliesse ich Zoom, verblasst die gerade vergangene Sitzung aus meiner Erinnerung – doch mit ihr zumindest auch ein Teil der Scham.
Es verträgt sich nicht mit meinem Bedürfnis nach Selbstverantwortung, das eigene Versagen auf ADS zu schieben.
Aber andererseits ertrage ich es auch nicht, die Verantwortung für dieses Versagen selbst zu übernehmen. Ein bisschen schuldig fühle ich mich sowieso.
Ich kann ja nicht abschätzen, ob es andere Menschen diesbezüglich wirklich leichter haben. Und meinen Hyperfokus und meine Kreativität dürfte ich mir dann in Konsequenz auch nicht als Eigenleistung anrechnen lassen.